In Deutschland hat es 2011 weniger Organspender gegeben als im Jahr zuvor. Das geht laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ aus der jüngsten Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor. Im vergangenen Jahr seien genau 1200 Spender gezählt worden, im Jahr 2010 seien es noch 1296 gewesen. Für den Rückgang gibt es nach den Worten des medizinischen Vorstands der DSO, Günter Kirste, keine eindeutige Erklärung. Allerdings hätten die Diskussionen über eine Änderung des Transplantationsgesetzes in den vergangenen Jahren für Verunsicherung vor allem bei Ärzten und Krankenhäusern gesorgt.
Von den rund 81 Millionen Einwohnern Deutschlands ist etwa jeder Dritte evangelisch. Das ergibt sich aus einer neuen Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Danach gehörten Ende 2010 der evangelischen Kirche 23,9 Millionen Menschen an. 2009 waren es nocht 24,2 Millionen). Die Zahl der Kirchenaustritte belief sich auf 145.000, im Jahr davor waren es 3000 mehr. Der Übersicht zufolge treten mehr Männer als Frauen aus der Kirche aus.
Der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, nimmt einen Rückgang religiöser Kenntnisse in den Medien wahr. Es wundere ihn nicht mehr, wenn in einem Film ein katholischer Priester im lutherischen Talar gezeigt werde oder Figuren in einem Krimi angeblich „evangelistischen“ Glaubens seien, so Bräuer. Christliche Medien sollten unter anderem bekannt machen, wie sehr der christliche Glaube und seine jüdische Herkunft Leben und Kultur prägen, betonte der Theologe bei der Eröffnung eines christlichen Medienkongresses in Schwäbisch-Gmünd.
Zwei Drittel der deutschen Bundesbürger sorgen sich einer Umfrage zufolge über die zunehmende „Überalterung“ der Gesellschaft. Sie befürchten schlimme Folgen für die Sozialsysteme, wie eine in Baierbrunn veröffentlichte Erhebung der GfK Marktforschung Nürnberg ergeben hat. Trotzdem wollten die meisten Menschen selbst sehr alt werden.
Kirchen und Gewerkschaften in Bochum haben eine Allianz für den freien Sonntag gegründet. Damit solle der schleichenden Aushöhlung der Feiertagsruhe entgegengewirkt werden, hieß es bei der Unterzeichnung der Erklärung. Bund, Länder und Kommunen werden darin aufgefordert, den Sonn- und Feiertagsschutz zu erhalten. Neben der evangelischen und der katholischen Kirche sowie kirchlichen Arbeitnehmergruppen beteiligen sich auch der örtliche DGB und die Ortsgruppe der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an dem Bündnis.
In der anglikanischen Kirche von England ist die Zahl der Trauungen gestiegen. 2010 ließen sich vier Prozent mehr Paare kirchlich trauen als im Vorjahr, teilte die anglikanische Kirche in London mit. Das sei der stärkste Anstieg in den vergangenen zehn Jahren. Insgesamt ließen sich 2010 rund 55.000 Paare in anglikanischen Kirchen trauen. Als Grund für das gestiegene Interesse sieht die Kirche ihre Bemühungen, Paaren mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten bei den Gottesdiensten zu bieten.
Die Zeugen Jehovas müssen auch in Rheinland-Pfalz rechtlich den großen Kirchen gleichgestellt werden. Die Landesregierung müsse die Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkennen, urteilte das Mainzer Verwaltungsgericht. Die Zeugen waren 2006 zuerst in Berlin als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden. In Nordrhein-Westfalen steht die Entscheidung des Landes noch aus.
Rosen aus fairem Anbau sind in Deutschland offenbar stark gefragt. Der Absatz von Fairtrade-Rosen sei 2011 gegenüber dem Vorjahr bundesweit um 12,5 Prozent auf rund 81 Millionen Stiele gewachsen, teilte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath in Köln mit. Rosen seien inzwischen nach Kaffee das zweitwichtigste Fairtrade-Produkt.
Lebensschützer sind zufrieden mit einer Resolution des Europarats-Parlaments in Straßburg, die sich für ein Verbot der Sterbehilfe ausspricht. „Dies ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich eine europäische politische Institution so klar gegen Euthanasie positioniert“, erklärte das „Europäische Zentrum für Recht und Gerechtigkeit“ (ECLJ) in Straßburg. In der Resolution heißt es: „Euthanasie, im Sinn einer absichtsvollen Tötung eines abhängigen Menschen durch Handeln oder Unterlassen zu seinem oder ihrem angeblichen Wohl, muss immer verboten werden
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ist neuer Kolumnist der Zeitschrift „Bild der Frau“. Der evangelische Theologe ist als Autor für die wöchentliche Kolumne „Im Vertrauen“ gewonnen worden, wie Detlef Maczewsky, Ressortleiter „Aktuelles“, sagte. Schneider wird den Angaben zufolge über christliche Feiertage, aktuelle Themen sowie anhand persönlicher Begegnungen und Erfahrungen über Glaubensvermittlung schreiben.
Beim Singen zeigen die Deutschen wenig Ehrgeiz: Jeder Dritte legt keinen Wert auf eine schöne Stimme, wie eine repräsentative Umfrage ergab. Bei den 40- bis 49-Jährigen und den Männern trifft das sogar auf jeweils rund 40 Prozent der Befragten zu. Auf der Rangliste unter dem Titel „Kann ich nicht! Und muss ich auch nicht können!“ folgt auf Singen der Bereich Sport mit 14 Prozent. Zwölf Prozent der Deutschen ist es der Umfrage zufolge egal, ob sie gut kochen können.
Die Evangelisch-reformierte Kirche will trotz des demographischen Wandels auf dem Lande gut aufgestellt bleiben. „Wir brauchen unbedingt die Kirche im Dorf“, sagte Kirchenpräsident Jann Schmidt bei einer Tagung in Emden. Etwa 100 der 145 reformierten Kirchengemeinden zwischen dem Allgäu und Ostfriesland seien Dorfgemeinden im ländlichen Raum. Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 185.000 Mitglieder.
Ein anonymer Wohltäter hat einer Kirchengemeinde in Braunschweig 10.000 Euro geschenkt. Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow fand das Geld in einem Briefumschlag hinter Gesangsbüchern verborgen. „Wir haben keinerlei Verdacht, wer der Spender sein kann, aber wir hoffen, dass wir das Geld in seinem Sinne verwenden werden“, sagte der Pfarrer der St.-Markus-Gemeinde. Der anonyme Spender gilt inzwischen in Braunschweig als Serienwohltäter. Seit November gingen unter anderem bei Kindergärten, der Stadtbibliothek oder der Familie eines seit einem Schwimmunfall schwerbehinderten Jungen Geldgeschenke ein. Die Spenden per Briefumschlag summieren sich inzwischen auf insgesamt 120.000 Euro.
Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, fordert eine Nachrichtensendung für geistig behinderte Menschen. „Ich kämpfe dafür, dass es wenigstens eine Nachrichtensendung in leichter Sprache gibt“, sagte er in Wiesbaden. „Ich glaube: Es wird ein Publikumserfolg“, fügte er hinzu. Eine entsprechende Sendung würden wohl viele nichtbehinderte Menschen schauen, die derzeit die gewöhnlichen Nachrichtensendungen schwer verstünden.
Für die Schauspielerin Uschi Glas gibt es weder einen katholischen noch einen evangelischen Gott. Die Menschen versuchten sich ein Bild von Gott zu machen, dabei seien unterschiedliche Varianten entstanden, sagte die Protestantin. Sie selbst glaube an ein höheres Wesen und bete regelmäßig, sagte die Schauspielerin.
Die Mehrheit der Deutschen (87 Prozent) wünscht sich einer aktuellen Umfrage zufolge eine inklusive Gesellschaft. Dennoch nehmen 55 Prozent der Befragten die rund zehn Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit Behinderung nicht wahr, wie die Sozialorganisation Aktion Mensch in Bonn mitteilte. Jeder Dritte habe überhaupt keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung, hieß es aus Anlass des dritten Jahrestages der UN-Behindertenkonvention in Deutschland am 26. März.
Die Kirchen haben am Aschermittwoch die 40-tägige Passions- und Fastenzeit vor Ostern eingeläutet. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“ sagte rund jeder Sechste, das sind 17 Prozent, er sei beim knapp siebenwöchigen Fasten dabei. Frauen mit 21 Prozent wollen sich eher beteiligen als Männer mit zwölf Prozent. Bei den Katholiken will sogar rund jeder Dritte das Fasten während der Bußzeit mitmachen. Ganz oben auf der Liste des Verzichts stehen Süßigkeiten. Jeder zweite der Fastenden will keinen Alkohol trinken.
Die Telefonseelsorge Hannover wird künftig über ein bundesweites Netzwerk Internetchats anbieten. „Mit dem Medium Internet wollen wir besonders jüngere Menschen ansprechen“, sagte der Leiter der Telefonseelsorge Hannover, Pastor Christian Voigtmann. Die Chats seien seit einigen Jahren immer gefragter, weil Betroffene noch anonymer als am Telefon Hilfe fänden. Unter www.telefonseelsorge.de könnten sich Hilfesuchende einmalig anmelden und in virtuellen Räumen zu bestimmten Uhrzeiten mit den ehrenamtlichen Seelsorgern chatten.